Stadtstreicher bewirbt Marke eines führenden Nazi-Aktivisten « DasLetzte.blogsport.de

Stadtstreicher bewirbt Marke eines führenden Nazi-Aktivisten

In der Februar-Ausgabe des „Stadtstreicher“, einem kostenlosen Chemnitzer Anzeigen-Magazin mit einer Druck-Auflage von 18.000 Heften, wurde das Zwickauer Klamottengeschäft „Crazy Corner“ in einem „Artikel“ beworben. Darin heisst es unter anderem: „Marken wie (…) Barstool Sports sind in der Szene beliebt“. Völlig unkritisch wird darin weiter über „den kleinen Szeneladen“ in der Peter-Breuer-Straße berichtet. Leider ist den Autoren offensichtlich entgangen, um was für eine „Szene“ es sich da handelt, welche gern „Barstool Sports“ trägt.

Das Label „Barstool Sports“ wurde von Ralf Marschner registriert, der seinen Lebensunterhalt in den 90iger Jahren mit dem organisieren einer Vielzahl von Nazi-Konzerten verdiente und dadurch in jener „Szene“ zu erheblichem Bekanntheitsgrad kam. Weiterhin stand er der Gruppe „HooNaRa“ (bedeutet: „Hooligans Nazis Rassisten“) nahe und eröffnete schließlich Ende der 90iger Jahre den Laden „The Last Resort“, der bis heute in der Kreisigstraße in Zwickau zu finden ist. Nach einigen Jahren eröffnete Marschner ein weiteres Geschäft („Heaven & Hell“) am Zwickauer Hauptmarkt, welches zunächst ohne den Verkauf offensichtlicher Artikel der Nazi-Szene auskam. Dort Vertrieb er dann auch erstmals Bekleidung unter dem Label „Barstool Sports“. Auf diesen Klamotten sind Aufdrucke wie „Drink, Fuck & Fight“ oder blutverschmierte Fäuste zu finden. Der im „Stadtstreicher“ beworbene Laden „Crazy Corner“ steht offensichtlich in unmittelbarer Nachfolge zu Marschners zweitem Bekleidungsladen; eröffnete dieser doch zunächst in jener Ladeneinheit, wo vormals noch „Heaven & Hell“ zu lesen war.

Der Artikel zeigt deutlich, dass unter den Zwickauerinnen und Zwickauern erheblicher Nachholebedarf hinsichtlich Aufklärungsarbeit über Strukturen und Lifestyle der extremen Rechten besteht. Genannter Text über den „Underground-Store“ findet sich bis heute auf der Internetseite des „Streicher“; ein kurze Sucheingabe genügt. Beschwerden über den Inhalt des Heftes gab es also offensichtlich bis heute keine.

streicher 02/2009(Screenshot: Klicken zum Vergrößern!)

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