Thor Steinar: Streit um ungeliebte Läden « DasLetzte.blogsport.de

Thor Steinar: Streit um ungeliebte Läden

Marken-Kleidung aus Brandenburg in der rechten Szene besonders beliebt – Immer von Protesten begleitet

HALLE/MZ. Kahl rasierte Schädel und Thor-Steinar-T-Shirts – beides sind Teile rechtsextremistischer Lifestyle-Ästhetik. „The Nordic Company“ lautet der Slogan der Bekleidungsmarke aus Zeesen in Brandenburg. Und deshalb ist die „Kinder-Windfängerjacke Ansgar“ aus dem aktuellen Angebot nicht einfach ein Bekleidungsstück, sondern für viele, die sie tragen, auch Ausdruck ihrer Gesinnung. Genau deshalb rufen Läden mit der in der rechten Szene beliebten Bekleidung von Thor Steinar immer wieder heftige Reaktionen hervor.

Neuerdings mit Blumen-Motiven

Die aktuelle Frühling / Sommer-Kollektion der Marke kommt allerdings mit eher blumigen Motiven daher. Als Geschäftsführer der Mediatex GmbH, die die Thor-Steinar-Bekleidung herstellt, nennt die Marken-Internetseite M. Aweidah. Dahinter steht nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau laut Handelsregister Mohammed M. Aweidah, geboren in Dubai.

Der bisherige Mediatex-Geschäftsführer Uwe Meusel geht allerdings immer noch ans Telefon. „Wir haben kein Interesse an solchen Fragen“, hielt er sich am Mittwoch bedeckt. Auch, dass die Firma von dem arabischen Investor übernommen worden sei, beziehungsweise einen neuen Namen trage, wollte Meusel nicht bestätigen. Neuer Gesellschafter der Mediatex soll dem für das Handelsregister zuständigen Gericht zufolge die International Brands General Trading aus Dubai sein.

Die Läden mit der in rechtsextremen Kreisen beliebten Kleidung stoßen immer wieder auf Widerstand. Mehrfach haben Vermieter versucht, ihre ungeliebten Mieter wieder loszuwerden. Erfolgreich geschah dies in Magdeburg und zuletzt auch in Leipzig. So ist Anfang dieses Jahres nach langen Auseinandersetzungen in Magdeburg das Modegeschäft „Narvik“ im bekannten Hundertwasser-Haus geräumt worden. Seit Sommer 2007 war die Landeshauptstadt mit dem Thor-Steinar-Laden bundesweit in den Schlagzeilen. Vermieter in dem letzten Bauwerk des jüdischen Architekten Friedensreich Hundertwasser war die zum katholischen Bistum gehörende Gero AG.

Vergleich in Leipzig

Heftige Proteste gab es auch in Leipzig. Dort ist vor wenigen Wochen entschieden worden, dass das Thor-Steinar-Geschäft bis Ende Juni zu schließen ist. Ladenbetreiber und Vermieter verglichen sich vor Gericht. Proteste und teils gewaltsame Auseinandersetzungen um Thor-Steinar-Läden gab und gibt es unter anderem in Hamburg, Erfurt, Dresden und Berlin.

In Dessau-Roßlau sorgte Anfang dieses Jahres die Eröffnung eines Ladens für Wirbel, in dem ebenfalls Thor-Steinar-Bekleidung angeboten wird. Das Geschäft war von Wittenberg dorthin umgezogen, wo es seit 2005 bestanden hatte.

Quelle:
Michael Falgowski/ Mitteldeutsche Zeitung/ 03.06.2009

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