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Zwickau: Der aktive Widerstand gegen rechten Lifestyle lohnt sich

Laut einem Artikel im Lokalteil der Tageszeitung „Freie Presse“ vom 02. Juli 2009 kommt es nicht zur befürchteten Eröffnung eines Geschäfts der Firma „Brachial“ in der Zwickauer Innenstadt. Der Stadt bleibt damit vorerst ein weiterer potentieller Anlaufpunkt der rechten Szene erspart. Denn die Marke wurde laut einem Bericht auf der linken Medienplattform „Indymedia“ im Jahr 2001 von dem Zwickauer Ralf Marschner registriert. Dieser war lange Zeit ein bekannter Aktivist des mittlerweile verbotenen internationalen Nazi-Netzwerks „Blood & Honour“. Auf ihn geht weiterhin die Eröffnung des Naziladens „The Last Resort“ und die Eintragung der ebenfalls in jenen Kreisen beliebten Kleidungsmarke „Barstool Sports“ zurück. Die Marke „Brachial“ findet sich heute im Sortiment fast aller einschlägigen Naziläden.

In diesen Tagen zeigte sich aber auch, dass es durchaus mit einfachen Mitteln möglich ist, der rechten Szene das Leben zumindest in geringem Maße zu erschweren. Eine Information der „Aktionsgruppe gegen Nazis in jeder Stadt“ und die anschließende Berichterstattung der „Freien Presse“ genügten, um die potentiellen Vermieter der Verkaufsräume zum Umdenken zu bewegen. Es bleibt zu wünschen das entsprechender Widerstand gegen rechten Lifestyle auch an anderer Stelle von Erfolg gekrönt sein wird.

Hier der Bericht der „Freien Presse“:

Doch keine „brachiale“ Mode mitten in der City

Vermieter von Laden an der Inneren Plauenschen Straße offenbar auf Abstand

Zwickau. Das Zwickauer Mode-Label „Brachial“ wird wohl doch nicht in den leer stehenden Laden im Haus Innere Plauensche Straße 20 ziehen. Der Vermieter habe nach Prüfung aller Umstände Abstand von einem Mietverhältnis mit den Zwickauer Modemachern genommen, berichtete die Vormieterin gestern. Laut sächsischem Verfassungsschutz bedient das Label auch einen Kundenstamm im rechtsextremen Spektrum, wenngleich Firmenchef Mario Hoffmann betont, dass das alles andere als gewollt sei. Seine Marke stamme vielmehr aus der Motorrad-Szene. Der Name „Brachial“ bezeichne jene kraftstrotzenden Umbauten an gewaltigen Motorrädern. Dass auch rechtes Klientel angesichts der Übereinstimmung des Namens mit dem einer Band aus der Oi-Punk-Szene die Marke für sich entdeckt habe, könne er nicht beeinflussen, betont Hoffmann.

Dennoch, angesichts mancher Vertriebsschienen der Zwickauer Modemacher, deren Kleidung in einschlägigen Läden der rechten Szene verkauft wird, machte der Vermieter des Ladens an der Inneren Plauenschen Straße, ein Privatmann aus der Nähe von Reichenbach, seiner Vormieterin einen Strich durch die Rechnung. Eigentlich sei sie nur auf der Suche nach einem Nachmieter gewesen, um ihr langjähriges Vertragsverhältnis lösen zu können, klagt die Frau. Mit ihrem Kindermoden-Geschäft ist sie ums Eck an die Magazinstraße gezogen, wo sie jetzt mehr Verkaufsfläche zur Verfügung hat. „Aber wer zahlt mir jetzt die Miete für den leer stehenden Laden“, sagt sie. Nachdem die Vertragsverhandlungen mit den „Brachial“-Machern platzten, sei das von ihr beauftragte Immobilienbüro derzeit wieder auf der Suche. Es gebe Gespräche mit zwei weiteren Interessenten.

Auch die Stadt hat Hilfe bei der Suche nach einem Nachmieter fürs Geschäft angekündigt: „Die Frau kann sich dazu an die Wirtschaftsförderung wenden“, sagt Rathaussprecher Mathias Merz.

Quelle:
Jens Eumann/ Freie Presse – Zwickauer Zeitung/ 02.07.2009

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