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Friedliche Demonstration von Rechten angegriffen

Pressemitteilung des Aktionsbündnis gegen den Naziladen »The Last Resort« vom 20. September 2009

Am vergangenen Samstag demonstrierten knapp 200 überwiegend Jugendliche lautstark gegen den rechten Bekleidungsladen „The Last Resort“. Begleitet wurden sie dabei von einer 2000 Watt starken Musikanlage. Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Parteijugendgruppen, Gewerkschaft, Vereinen, Antifa und Einzelpersonen. Das Aktionsbündnis hat sich die Schließung des Geschäfts zum Ziel gesetzt. Unterstützung erfährt die Kampagne auch durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau Pia Findeiß, welche jedoch am Samstag nicht anwesend sein konnte.

Der zweistündige Aufmarsch hatte am Hauptbahnhof begonnen. Dort hob die Gewerkschafterin Sabine Zimmermann in ihrem Redebeitrag die besorgniserregende Entwicklung der rechten Szene in den letzten zwei Jahren hervor, welche als Ausgangspunkt die Anmietung des NPD-Büros in der Stiftstraße hatte. Bis heute ignoriert die Vermieterin Gertrud Höhler, dass ihre Räume mittlerweile eine wichtige Stütze der gewaltbereiten Neonaziszene darstellen. Auf der Stiftstraße angekommen betonte Andreas Weigel von der SPD die grundsätzliche Dringlichkeit eines NPD-Verbotsverfahrens.

Kurz darauf wurden die Teilnehmer der Demonstration an der Ecke Stiftstraße/Werdauer Straße aus einem leerstehenden Haus mit einer unbekannten Flüssigkeit und Farbe attackiert. Im Haus befanden sich Mitglieder der Kameradschaft „Nationale Sozialisten“. Bereits in den Tagen vor der Demonstration machten diese durch das Androhen von Gewalt gegen Organisatoren des Bündnis und Farbschmierereien mit diversen verfassungswidrigen Parolen in der Innenstadt auf sich aufmerksam. Ihre Gewaltbereitschaft zeigte sich nicht zuletzt am Rande des vergangenen Stadtfestes, als sie sich Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten.

Doch die Teilnehmer ließen sich nicht provozieren und setzten ihren Weg Richtung „The Last Resort“ friedlich fort. In einer weiteren Zwischenkundgebung am Schumannplatz wurden die bei Neonazis beliebte Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ und konkret der Zwickauer Naziladen thematisiert. Hier sprachen eine Vertreterin des Ladenschluss-Bündnis aus Leipzig und René Hahn vom Jugendverein „Roter Baum“. Am Schloss Osterstein ging Uwe Adamczyk vom VVN-BdA auf die furchtbare Geschichte des Gebäudes während des Nationalsozialismus ein und stellte fest, dass dieses Kapitel vielen Einwohnern unserer Stadt nicht bekannt ist. Am Hauptmarkt angekommen bedankte sich Adamczyk für die Unterstützung der vielen angereisten Jugendlichen. Aus Zwickau konnte leider nur die Jugend der IG Metall mit einer entsprechenden Teilnehmerzahl überzeugen und so blieb am Ende der Wunsch, dass man beim nächsten mal auch auf eine größere Teilnahme der Zwickauer Bevölkerung zählen kann.

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