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Archiv für Februar 2010

Hintergrund: Die Firma „Brachial“ aus Zwickau

Die Marke „Brachial“ wird, zumindest in Zwickau, vorwiegend von Neonazis getragen. Diese werden durch eine starke Betonung von Männlichkeit, Stärke und nicht zuletzt auch Gewalt im Markenimage in besonderem Maße angesprochen. Zudem agiert die Firma als Sponsor im Bereich der „Fight Club“-Veranstaltungen, welche ebenfalls in extrem rechten Kreisen äußerst beliebt sind. Der Verkauf der Marke „Brachial“ erfolgt überdurchschnittlich stark durch Läden der extrem rechten Szene. Dadurch wird diese indirekt an den Verkaufserlösen beteiligt. Die Gründung der Marke geht mutmaßlich auf einen einschlägig vorbestraften Neonazi zurück. Trotz anhaltender Vorwürfe gab es bis heute keine Distanzierung der Firma „Brachial“. (mehr…)

Zum Zweiten: „Brachiale“ Mode zieht in der Innenstadt ein

Zwickauer Label eröffnet Geschäft am Dr.-Friedrichs-Ring – Erster Versuch in Innerer Plauenscher gescheitert – Aktionsbündnis plant Protest

Zwickau. Das Zwickauer Mode-Label „Brachial“ hat nun offenbar doch ein Geschäft in bester Citylage gefunden. Die umstrittene Marke wird voraussichtlich ab März neben der Penzler-Villa am Dr.-Friedrichs-Ring zu kaufen sein. „Der Mietvertrag steht“, sagt Kurt Fliegerbauer, dessen Lebensgefährtin Silke Kunstmann das Haus gehört, auf Nachfrage der „Freien Presse“.

Allzu genau hat seine Hausverwaltung den neuen Mieter, „eine Textilfirma“, demnach nicht in Augenschein genommen. Dass die „brachiale“ Mode auch gern in der rechten Szene getragen wird und der Verein Roter Baum mit der Eröffnung einen neuen Anlaufpunkt der Nazi-Szene in der Stadt befürchtet, ist Fliegerbauer nach eigener Aussage nicht bekannt. Einen Rückzug wie beim ersten Versuch, als Brachial-Geschäftsführer Mario Hoffmann einen Laden direkt in der Inneren Plauenschen Straße anmieten wollte, ist bei Anlauf Nummer 2 wohl nicht zu erwarten. „Wenn der Mietvertrag unterschrieben ist, ist er unterschrieben“, so Fliegerbauer. (mehr…)

Was ist schlimm daran, wenn in meiner Stadt ein Laden für rechte Szeneklamotten eröffnet?

Seit langem hat die rechtsextreme Szene Bekleidungsmarken, die sie besonders mag. Relativ neu ist, dass eigens Ladengeschäfte zu deren Vertrieb eröffnet werden – und dann nicht in Hinterhöfen, sondern in prominenten Einkaufslagen. Doch immer öfter regt sich Widerstand dagegen. Stephanie Kesselbauer vom Bündnis „Ladenschluss“ aus Leipzig erklärt, wie man sich dort gegen einen Thor-Steinar-Laden wehrte – und dass es nicht ausreicht, nur auf ein einzelnes Geschäft zu blicken.

Von Johannes Radke

Frau Kesselbauer, was passiert mit einer Straße oder sogar mit einem ganzen Stadtviertel, wenn dort ein rechtsextremes Geschäft eröffnet?

Durch einen Laden, der auf rechtsextreme Kundschaft zielt, kann sich das Klima in einem Viertel von heute auf morgen stark verändern. So ein Laden soll ja auch eine Art Machtdemonstration der Szene sein. Die wollen zeigen, dass es sie gibt, dass sie stark sind. Solche Geschäfte werden schnell zu regelrechten Treffpunkten für organisierte Nazis – und die Straße davor wird zu einem gefährlichen Ort für alle, die nicht in deren Weltbild passen, für Migranten oder Obdachlose oder auch einfach nur für nicht-rechte (mehr…)