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Archiv der Kategorie 'NEWS-allgemein'

Nach Berlin und Magdeburg: „Thor Steinar“-Ladenschluss 2.0

Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) durch sein „Thor Steinar“-Urteil Mitte August die Rechte der Vermieter zahlreicher Läden gestärkt hat, steigt vielerorts die Hoffnung auf einen baldigen Ladenschluss. Neben den direkt vom BGH behandelten Läden in Berlin und Magdeburg, gibt es nun offenbar auch bei den Steinar-Standorten Plauen, Nürnberg, Halle und Schwerin Bewegung.

Insgesamt öffnen derzeit nach Unternehmensangaben zwölf offizielle Thor-Steinar-Geschäfte die Pforten für die geneigten Konsumentinnen und Konsumenten: Stets nordisch benannt in Berlin („Tønsberg“ und „Tromsø“), Cottbus („Oseberg“), Dresden („Larvik“), Erfurt („Trondheim“), Essen („Oseberg“), Halle („Oseberg“), Magdeburg („Narvik“), Nürnberg („Tønsberg“), Plauen („Oseberg“), Rostock („Haugesund“) und Schwerin („Tønsberg“).

In vielen dieser Städte wird es nach dem BGH-Spruch für „Thor Steinar“ in diesen Tagen ungemütlich. So hat im sächsischen Plauen die Immobilienfirma „Rock Ridge“, Eigentümerin der von „Thor Steinar“ genutzten „Oseberg“-Räumlichkeiten in den Kolonnaden, eine Räumungsklage gegen die in rechtsextremen Kreisen beliebte Modemarke erwirkt. Die entsprechende Entscheidung in diesem Falle soll noch im Dezember 2010 fallen. Der Geschäftsführer der Kolonnaden äußerte sich gegenüber lokalen Medien mit Blick auf die Steilvorlage des BGH optimistisch, dass das Gericht der Klage der Vermieterin statt gebe. Schließlich seien auch in diesem Falle im Vorfeld des Vertragsabschlusses nähere Angaben über die geplante „Thor Steinar“-Ware unterblieben bzw. verschwiegen worden. Man wolle „den Laden raus haben“, so der Manager entschieden. (mehr…)

Kampagnen gegen Szene-Läden der extremen Rechten

Wider die Veralltäglichung: In vielen Orten existieren Läden, die die extreme Rechte – vor allem in ihrer subkulturellen Ausprägung – bedienen. Ihre Zahl nimmt trotz oft erzwungener Geschäftsaufgaben nicht ab, da an anderem Ort neue Läden öffnen. Mancherorts werden diese Geschäfte als unproblematisch begriffen oder nicht wahrgenommen. Andernorts haben Kampagnen die Öffentlichkeit sensibilisiert und manchmal sogar für eine Schließung der Läden gesorgt.

Die Normalisierung der extremen Rechten zeigt sich am deutlichsten an der Gewöhnung ihrer Präsenz im Alltag. Dabei geht es nicht nur um NPD-Plakate und Infostände vor Wahlen,RechtsRock hörende Kids und Menschen, deren Staffage von der Bekleidungsindustrie des Spektrums mit seinen ein- und zweideutigen Motiven bedient wird. Die Veralltäglichung zeigt sich auch daran, dass in verschiedenen Regionen Aktivisten der extremen Rechten und auch zum Teil windige Geschäftemacher Läden eröffnen, deren Sortiment die Nachfrage der Szenegänger der subkulturellen und organisierten extremen Rechten befriedigt. Während die zweite Hälfte der 1990er Jahre von einer Ausbreitung der Vertriebsstrukturen des RechtsRock, zunächst über Mailorder und später über Webshops, geprägt war, erobern nun Ladengeschäfte die Städte und die Provinz – allen voran jene Händler, die die große Nachfrage nach “Thor Steinar”-Bekleidung befriedigen. (mehr…)

Was ist schlimm daran, wenn in meiner Stadt ein Laden für rechte Szeneklamotten eröffnet?

Seit langem hat die rechtsextreme Szene Bekleidungsmarken, die sie besonders mag. Relativ neu ist, dass eigens Ladengeschäfte zu deren Vertrieb eröffnet werden – und dann nicht in Hinterhöfen, sondern in prominenten Einkaufslagen. Doch immer öfter regt sich Widerstand dagegen. Stephanie Kesselbauer vom Bündnis „Ladenschluss“ aus Leipzig erklärt, wie man sich dort gegen einen Thor-Steinar-Laden wehrte – und dass es nicht ausreicht, nur auf ein einzelnes Geschäft zu blicken.

Von Johannes Radke

Frau Kesselbauer, was passiert mit einer Straße oder sogar mit einem ganzen Stadtviertel, wenn dort ein rechtsextremes Geschäft eröffnet?

Durch einen Laden, der auf rechtsextreme Kundschaft zielt, kann sich das Klima in einem Viertel von heute auf morgen stark verändern. So ein Laden soll ja auch eine Art Machtdemonstration der Szene sein. Die wollen zeigen, dass es sie gibt, dass sie stark sind. Solche Geschäfte werden schnell zu regelrechten Treffpunkten für organisierte Nazis – und die Straße davor wird zu einem gefährlichen Ort für alle, die nicht in deren Weltbild passen, für Migranten oder Obdachlose oder auch einfach nur für nicht-rechte (mehr…)

Label „Erik & Sons“ – same style, same shit

Informationen vom AntifaRechercheTeam Dresden

Neben der rechten Marke „Thor Steinar“ existiert seit geraumer Zeit ein weiteres Label im Gemischtwarenhandel des rechten Lifestyles. Bedient wird dasselbe Marktsegment: „nordisch, mythisch, rechts, gewalttätig“. Inzwischen dürfen Kleidungsstücke von „Erik & Sons“ – ebenso wie von „Thor Steinar“ – bei Ebay nicht mehr angeboten werden. „Erik & Sons“ stammt ebenfalls aus Königs-Wusterhausen und wird durch ehemalige Mitarbeiter der Firma „Mediatex GmbH“, also der Herstellerfirma von „Thor Steinar“, vertreten. Die Markenrechte für „Erik an Sons“, „Erik & Sons“ und „Erik & Sons Viking Brand“ liegen seit der Anmeldung im November 2006 bei Dr. Petra Maier, die Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt wurde am 30. März 2007 veröffentlicht. Seit dem 30. April 2008 ist Udo Siegmund als Inhaber für alle Varianten eingetragen, der inzwischen auch Inhaber des Onlinehandels ist. Udo Siegmund besuchte am 30. Juli 2005 ein Konzert der Neonaziorganisation „Nationalsocialistisk Front“ (NSF) im schwedischen Travad. Vor einigen Jahren hatte er die Homepages von „Thor Steinar“ angemeldet. Später trat er als stellvetretender Geschäftsführer einer schwedischen Firma „Ronnytex AB“ auf, zu deren undurchsichtigen Firmengeflecht auch die Firma „Sinotexes AB“ (Schweden) und die „Skytec Outlets GmbH“ (Berlin) zählen, welche verantwortlich für den online Outletstore von „Thor Steinar“ zeichneten. Eine weitere Spur von „Erik & Sons“ führt zu Hans-Jürgen Neu nach Völkenroth im Hunsrück und zu dessen Firmen „HJN Outdoor-Products“ und „Danneland GmbH“. Auf ihn war zunächst die Internetadresse von „Erik & Sons“ registriert und seine Firmen tauchten als Bestelladressen für die Marke auf. In seinem Outdoor-Laden verkaufte er nicht nur die rechte Kleidung sondern auch Teleskopschlagstöcke und schwarz-weiß-rote Fahnen. (mehr…)