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Archiv der Kategorie 'NEWS-überregional'

Chemnitz: »Thor Steinar« bedauert – angeblich

Laden ändert nach Protesten Namen von »Brevik« auf »Tønsberg«

Chemnitz. Nur das i-Tüpfelchen fehlte und der dazugehörige Strich. Dennoch war die Provokation perfekt – zumindest bis sie ihren Urhebern über den Kopf wuchs. „Brevik“ nannte sich bis gestern der jüngste Laden der Marke „Thor Steinar“, die bei Neonazis hoch im Kurs stehende Mode produziert. Der Laden hatte in der Vorwoche in Chemnitz eröffnet. Mehrere Läden der Firma sind nach norwegischen Städten benannt. Brevik, so heißt auch ein 2700-Seelen-Ort in Norwegen, doch in Verbindung mit der Kundschaft des Labels ruft der Name andere Assoziationen hervor: Anders Breivik. Vom Nachnamen des rechtsextremen Attentäters, der im Vorjahr in Norwegen 77 Menschen tötete, fehlt nur das „i“.

Familienvater angeblich besorgt

Diesen Schluss zog vor Eröffnung des Geschäfts schon der Versender einer E-Mail, der sich selbst als „beunruhigten Familienvater“ bezeichnete: „BREVIK. Vermutlich anheimelnd (sic!) an den Massenmörder Breivik. Lassen sie (sic!) nicht zu, dass morgen dieses Ladengeschäft eröffnet“, schrieb der Absender mit der Mail-Adresse „baggypant[ät]t-online.de“. Mit der Einschätzung steht er nicht allein. Hoch schlagen seit Eröffnung die Wogen des Protestes. Erst gestern Abend kamen Gewerbetreibende, die Landtagsabgeordnete Hanka Kliese, die in der Nähe ihr SPD-Büro hat, und das Stadtteilmanagement zusammen, um zu beraten, wie man den Laden wieder loswerden könne. (mehr…)

Leipzig: Das Erbe von Ralf »Manole« Marschner

Die von Zwickauer Nazis begründeten Bekleidungsmarken »Barstool Sports«, »Brachial« und »Eastfight« werden auch in Leipzig von der rechten Szene vertrieben

Schwerpunkt der Leipziger Naziszene ist der Osten der Stadt: Im Täubchenweg 43b eröffnete der Stötteritzer Lok-Hooligan Christian Pohle am 3. Dezember das Bekleidungsgeschäft »Fighting Catwalk«. Das Sortiment ist einschlägig: Neben der vom Zwickauer Neonazi Ralf Marschner gegründeten Marke »Brachial« gibt es eine breite Palette an »Thor Steinar«-Textilien mit altem und neuem Logo.

Im gleichnamigen Onlineshop gibt es T-Shirts mit »Fighting Fellas«-Aufdruck. Womöglich handelt es sich um restliche Lagerbestände von Thomas Persdorfs »Front Records« (Wurzen), der die »Fighting Fellas« in der Vergangenheit unterstützt hat. Pohles Geschäftsadresse verweist indes auf die Puschkinstraße 22 in Eilenburg, wo der 27-Jährige, der ansonsten für die »Black Rainbow«-Security arbeitet, schon länger am Laden »Crash Style Store« mitverdient. Im dortigen Sortiment befinden sich ebenfalls Klamotten von »Brachial«. (mehr…)

Was ist schlimm daran, wenn in meiner Stadt ein Laden für rechte Szeneklamotten eröffnet?

Seit langem hat die rechtsextreme Szene Bekleidungsmarken, die sie besonders mag. Relativ neu ist, dass eigens Ladengeschäfte zu deren Vertrieb eröffnet werden – und dann nicht in Hinterhöfen, sondern in prominenten Einkaufslagen. Doch immer öfter regt sich Widerstand dagegen. Stephanie Kesselbauer vom Bündnis „Ladenschluss“ aus Leipzig erklärt, wie man sich dort gegen einen Thor-Steinar-Laden wehrte – und dass es nicht ausreicht, nur auf ein einzelnes Geschäft zu blicken.

Von Johannes Radke

Frau Kesselbauer, was passiert mit einer Straße oder sogar mit einem ganzen Stadtviertel, wenn dort ein rechtsextremes Geschäft eröffnet?

Durch einen Laden, der auf rechtsextreme Kundschaft zielt, kann sich das Klima in einem Viertel von heute auf morgen stark verändern. So ein Laden soll ja auch eine Art Machtdemonstration der Szene sein. Die wollen zeigen, dass es sie gibt, dass sie stark sind. Solche Geschäfte werden schnell zu regelrechten Treffpunkten für organisierte Nazis – und die Straße davor wird zu einem gefährlichen Ort für alle, die nicht in deren Weltbild passen, für Migranten oder Obdachlose oder auch einfach nur für nicht-rechte (mehr…)

Politiker fordert Plauener Thor-Steinar-Laden zu schließen

Schwanitz: „Mit Nazis macht man keine Geschäfte“

Nach einem Medienbericht über den Thor-Steinar-Laden „Oseberg“ in den Kolonnaden Plauen führte der Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz (SPD) Gespräche mit dem Centermanager und machte sich vor Ort ein Bild. Sein Fazit ist klar:

„Das Betreiben eines Thor-Steinar-Ladens im Zentrum von Plauen ist ein Skandal. Dabei ist es egal, ob das Centermanagement der Kolonnaden dies aus Unwissenheit oder Naivität ermöglichte. Ich fordere die Kolonnaden GbR auf, den Nutzungsvertrag mit dem Naziszene-Laden umgehend zu beenden und auf dessen baldige Schließung zu drängen. Plauen darf nicht zum Magnet für Neonazis werden! Mit Nazis macht man keine Geschäfte. Das richtet sich gegen jeden Bürger.“ (mehr…)

Plauen: Kundgebung gegen Thor Steinar-Laden »Oseberg«

Am 27.11.2009 findet um 15 Uhr am Theaterplatz in Plauen eine Kundgebung gegen den neueröffneten Thor Steinar-Laden statt.

Kein Raum für rechten Lifestyle – Thor-Steinar-Laden Oseberg schließen!

Am 29.10.2009 öffnete im Plauner Einkaufszentrum „Kollonaden“ das Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ erstmals seine Türen. Das unauffällige Aussehen des Ladens täuscht dabei über den wahren Hintergrund des Geschäfts hinweg – der Laden vertreibt Kleidung der rechtsextremen Marke „Thor Steinar“. (mehr…)