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Zum Zweiten: „Brachiale“ Mode zieht in der Innenstadt ein

Zwickauer Label eröffnet Geschäft am Dr.-Friedrichs-Ring – Erster Versuch in Innerer Plauenscher gescheitert – Aktionsbündnis plant Protest

Zwickau. Das Zwickauer Mode-Label „Brachial“ hat nun offenbar doch ein Geschäft in bester Citylage gefunden. Die umstrittene Marke wird voraussichtlich ab März neben der Penzler-Villa am Dr.-Friedrichs-Ring zu kaufen sein. „Der Mietvertrag steht“, sagt Kurt Fliegerbauer, dessen Lebensgefährtin Silke Kunstmann das Haus gehört, auf Nachfrage der „Freien Presse“.

Allzu genau hat seine Hausverwaltung den neuen Mieter, „eine Textilfirma“, demnach nicht in Augenschein genommen. Dass die „brachiale“ Mode auch gern in der rechten Szene getragen wird und der Verein Roter Baum mit der Eröffnung einen neuen Anlaufpunkt der Nazi-Szene in der Stadt befürchtet, ist Fliegerbauer nach eigener Aussage nicht bekannt. Einen Rückzug wie beim ersten Versuch, als Brachial-Geschäftsführer Mario Hoffmann einen Laden direkt in der Inneren Plauenschen Straße anmieten wollte, ist bei Anlauf Nummer 2 wohl nicht zu erwarten. „Wenn der Mietvertrag unterschrieben ist, ist er unterschrieben“, so Fliegerbauer. (mehr…)

Was ist schlimm daran, wenn in meiner Stadt ein Laden für rechte Szeneklamotten eröffnet?

Seit langem hat die rechtsextreme Szene Bekleidungsmarken, die sie besonders mag. Relativ neu ist, dass eigens Ladengeschäfte zu deren Vertrieb eröffnet werden – und dann nicht in Hinterhöfen, sondern in prominenten Einkaufslagen. Doch immer öfter regt sich Widerstand dagegen. Stephanie Kesselbauer vom Bündnis „Ladenschluss“ aus Leipzig erklärt, wie man sich dort gegen einen Thor-Steinar-Laden wehrte – und dass es nicht ausreicht, nur auf ein einzelnes Geschäft zu blicken.

Von Johannes Radke

Frau Kesselbauer, was passiert mit einer Straße oder sogar mit einem ganzen Stadtviertel, wenn dort ein rechtsextremes Geschäft eröffnet?

Durch einen Laden, der auf rechtsextreme Kundschaft zielt, kann sich das Klima in einem Viertel von heute auf morgen stark verändern. So ein Laden soll ja auch eine Art Machtdemonstration der Szene sein. Die wollen zeigen, dass es sie gibt, dass sie stark sind. Solche Geschäfte werden schnell zu regelrechten Treffpunkten für organisierte Nazis – und die Straße davor wird zu einem gefährlichen Ort für alle, die nicht in deren Weltbild passen, für Migranten oder Obdachlose oder auch einfach nur für nicht-rechte (mehr…)

Politiker fordert Plauener Thor-Steinar-Laden zu schließen

Schwanitz: „Mit Nazis macht man keine Geschäfte“

Nach einem Medienbericht über den Thor-Steinar-Laden „Oseberg“ in den Kolonnaden Plauen führte der Bundestagsabgeordnete Rolf Schwanitz (SPD) Gespräche mit dem Centermanager und machte sich vor Ort ein Bild. Sein Fazit ist klar:

„Das Betreiben eines Thor-Steinar-Ladens im Zentrum von Plauen ist ein Skandal. Dabei ist es egal, ob das Centermanagement der Kolonnaden dies aus Unwissenheit oder Naivität ermöglichte. Ich fordere die Kolonnaden GbR auf, den Nutzungsvertrag mit dem Naziszene-Laden umgehend zu beenden und auf dessen baldige Schließung zu drängen. Plauen darf nicht zum Magnet für Neonazis werden! Mit Nazis macht man keine Geschäfte. Das richtet sich gegen jeden Bürger.“ (mehr…)

Plauen: Kundgebung gegen Thor Steinar-Laden »Oseberg«

Am 27.11.2009 findet um 15 Uhr am Theaterplatz in Plauen eine Kundgebung gegen den neueröffneten Thor Steinar-Laden statt.

Kein Raum für rechten Lifestyle – Thor-Steinar-Laden Oseberg schließen!

Am 29.10.2009 öffnete im Plauner Einkaufszentrum „Kollonaden“ das Bekleidungsgeschäft „Oseberg“ erstmals seine Türen. Das unauffällige Aussehen des Ladens täuscht dabei über den wahren Hintergrund des Geschäfts hinweg – der Laden vertreibt Kleidung der rechtsextremen Marke „Thor Steinar“. (mehr…)

Vortrag: »New Style, Old Shit! – Moderner Rechtsextremismus«

Vortrag und Diskussion mit der Politikwissenschaftlerin Ellen Esen
Samstag, 24. Oktober 2009, 18:00 Uhr
BPM-Club, Äußere Dresdner Straße 50, 08066 Zwickau

Ein neuer, moderner Rechtsextremismus ist auf den Plan getreten, der sehr subtil und dennoch aggressiv um Anhänger wirbt. Jugendliche werden geködert mit kostenlosen Musik-CDs, Comics, interaktiven Websites, Konzerten und dem Versprechen von „Action“. Selbst Demonstrationen kommen als Event mit Unterhaltungswert. Rechtsextreme Aktivisten verhüllen menschenverachtende Vorstellungen in Andeutungen und verbannen einschlägige Symbole zugunsten unverdächtiger Codes. Nazi-Kameradschaften nennen sich „Autonome Nationalisten“ oder „Nationale Sozialisten“ und übernehmen Ästhetik und Aktionsformen der „linken Szene“. (mehr…)